Wer La Palma abseits der Hotelanlagen erleben möchte, kommt um einen eigenen fahrbaren Untersatz kaum herum. Die Insel steckt voller schmaler Serpentinenstraßen, die zu Aussichtspunkten führen, von denen man sonst nur liest. Ein Mietwagen gibt Ihnen die Freiheit, den eigenen Rhythmus zu finden, egal ob für eine kurze Fahrt zum Supermarkt oder eine ausgedehnte Tour durch die Cumbre Vieja. Die Auswahl an Anbietern am Flughafen oder im Hafen kann allerdings erstmal überwältigend wirken.

Ich habe auf mehreren Reisen gute und weniger gute Erfahrungen gemacht und dabei gelernt, worauf es wirklich ankommt. Die überraschendste Erkenntnis: Der direkte Weg ist oft der beste. Ich buche inzwischen vorab online bei einem lokalen Anbieter, der auf La Palma verwurzelt ist. Das erspart mir das Gedränge an den Schaltern und sorgt für einen reibungslosen Start. Die klaren Konditionen und der persönliche Service haben mich überzeugt. Meine Buchungen laufen seit einiger Zeit über die Mietwagen offizielle Website dieses Anbieters, weil ich dort immer ein passendes Auto für meine Bedürfnisse gefunden habe und die Abholung unkompliziert ist.

Welches Auto passt zu Ihrer Reise?

Ein Kleinwagen ist für die engen Gassen von Santa Cruz de La Palma oder für ein Paar perfekt. Wenn Sie jedoch wandern gehen wollen, kommt es auf andere Details an. Die Parkplätze an vielen Trailheads sind staubig, klein und manchmal leicht abschüssig. Ein Auto mit einer etwas robusteren Bodenfreiheit, vielleicht ein kleiner SUV oder ein Kompaktvan, macht hier das Ein- und Ausparken entspannter. Für Familien ist der Kofferraum ein Schlüsselfaktor. Einkäufe, Strandausrüstung und Tagesrucksäcke fressen schneller Platz, als man denkt. Buchen Sie immer eine Größe größer als Sie glauben, zu brauchen.

Ich fuhr einmal mit einem winzigen Stadtauto zum Wanderparkplatz Los Canarios. Der Weg dorthin ist in Ordnung, aber der Platz selbst war eine schlammige, unebene Wiese. Das leise Kratzen des Unterbodens auf einer Erhebung war Motivation genug, beim nächsten Mal anders zu wählen.

Der perfekte La Palma Roadtrip: Kein Tag ist wie der andere

Vermeiden Sie den Fehler, jeden Tag einen anderen Zipfel der Insel anzusteuern. Die Strecken sind kurvig und anstrengend zu fahren. Planen Sie stattdessen Regionen. Ein Tag für den Norden mit den Lorbeerwäldern von Los Tilos. Ein anderer für die Weingebiete im Süden um Fuencaliente. So bleibt Zeit für spontane Stopps.

  • Fahren Sie früh los. Die Wolken ziehen oft am Nachmittag auf, besonders im Norden, und nehmen die Sicht.
  • Die Straße LP-1 entlang der Ostküste ist die Hauptverkehrsader. Sie ist gut ausgebaut, aber morgens und abends kann es Berufsverkehr geben.
  • Die LP-2 quert die Insel durch den Tunnel und ist eine enorme Zeitersparnis. Nutzen Sie sie, um schnell von der Ost- zur Westseite zu gelangen.
  • Die schönsten Strecken sind die kleinen. Die LP-202 von El Paso Richtung El Pilar ist ein Traum aus Pinienwald und weiten Blicken.

Mein schönster Tag begann ohne Ziel. Ich folgte einfach der LP-112 von Tijarafe an der Westküste entlang nach Norden. Jede Kurve bot einen neuen Blick auf die steilen Klippen und den tiefblauen Atlantik. Ich hielt an, wo es mir gefiel, und aß in einem winzigen Dorfladen frisches Brot mit Käse. Das geht nur mit eigenem Auto.

Was Sie unbedingt vermeiden sollten

Die Vertragsdetails sind das A und O. Fotografieren Sie das Auto bei Übernahme aus allen Blickwinkeln, auch das Dach. Achten Sie auf existierende Kratzer und notieren Sie sie im Protokoll. Prüfen Sie den Reifendruck und die Warnwesten – beides ist gesetzlich vorgeschrieben und wird bei Kontrollen geprüft. Denken Sie an die Umweltzonen. In einigen Gebieten, besonders in den größeren Orten, gelten Fahrverbote für ältere Fahrzeuge. Ihr Vermieter sollte Sie darüber aufklären.

Die größte finanzielle Falle ist oft die Vollkaskoversicherung mit Null-Schadenfreiheit. Sie kostet extra, aber ein kleiner Steinschlag auf der Bergstraße oder ein Parkrempler auf einem engen Parkplatz können sonst teuer werden. Entscheiden Sie sich vor der Reise, ob Sie das Risiko tragen wollen.

Vom Parken bis zum Tanken: die Alltagspraxis

Parken in den Städten kann nervenaufreibend sein. Nutzen Sie die großen, kostenlosen Parkplätze am Rande der Altstädte. In Santa Cruz de La Palma ist der Parkplatz am Hafen ideal. In Los Llanos funktioniert das große Parkhaus am Stadtrand gut. Tanken ist auf der Insel vergleichsweise teuer. Die Stationen schließen früh, manche mittags auch mal für die Siesta. Tanken Sie rechtzeitig, besonders wenn Sie in den Norden oder in entlegene Gebiete fahren.

  • Eine physische Kreditkarte (nicht nur eine Debitkarte) mit ausreichendem Limit ist bei fast allen Vermietern Pflicht für die Kaution.
  • Navigieren mit dem Handy ist zuverlässig. Laden Sie die Karten von Google Maps oder einer ähnlichen App für Offline-Nutzung herunter. In den Bergen ist das Netz oft weg.
  • Die Hupe wird hier seltener genutzt als auf dem Festland. Geduld ist eine Tugend, besonders wenn Ihnen ein Traktor oder eine Ziegenherde den Weg versperrt.

Als ich einmal spätabends mit fast leerem Tank in den Norden zurückfuhr und alle Tankstellen geschlossen waren, rettete mich nur die Großzügigkeit eines Hotelportiers, der mir den Standort einer 24-Stunden-Säule verriet. Seitdem tanke ich bei der Hälfte des Tanks nach.

Ein Mietwagen auf La Palma ist kein Luxus, sondern ein Werkzeug. Ein Werkzeug für Unabhängigkeit und für Entdeckungen. Mit der richtigen Vorbereitung wird er zum zuverlässigen Begleiter für eine Reise, an die man sich noch lange erinnert. Fahren Sie vorsichtig, halten Sie oft an und genießen Sie die Aussicht.